Die Milchstraße fotografieren

Part 1

Die Milchstraße fotografieren

 

 

Im  ersten Teil geht es darum, wie man die Milchstraße überhaupt fotografiert , was man beachten sollte und was man alles dazu braucht.

Die Ausrüstung:

  • die Milchstraße kann man mit fast jeder Kamera fotografieren ob Spiegelreflex, Vollformat oder APS-C . Das ist erstmal egal.
  • schön wäre es wenn Ihr in eurer Kamera alles manuell einstellen könnt, sprich die Kamera den M-Modus besitz, da die Blendenpriorität oder Zeitautomatik bei Dunkelheit nicht funktioniert !
  • Des Weiteren wäre es von Vorteil, wenn ihr ein Lichstarkes Objektiv dafür verwendet! Je lichtstärker desto besser, denn umso weniger Rauschen habt ihr und um so mehr Licht kommt auf den Sensor der Kamera.  Denn in der Nacht haben wir kein Licht zu verschenken!
  • Ein gut stehendes Stativ ist on Vorteil da wir in der Nacht mit Langzeitbelichtungen arbeiten mit Werten von unter einer Sekunde.

 

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Nur wenige Dinge gehören zur absoluten Grundvoraussetzung, um mit der Sternentografie zu beginnen. Ganz genau genommen tatsächlich nur die Kamera mit Objektiv.. So hat praktisch jeder, der sich zumindest ein wenig tiefer mit der Fotografie beschäftigt hat, alles notwendige Equipment zuhause und kann ohne Neuanschaffungen sofort anfangen.

  •  Digitalkamera (mit manuellen Eistellungsmöglichkeiten)

  • Objektiv(e)

  • Stativ

  • Speicherkarten und Akkus

     

 

Worauf muss man achten:

  • Wenn ihr eine DSLR besitzt, dann solltet ihr die Spiegelvorauslösung benutzen, bei einer SLT oder Systemkamera gibt es das nicht!
  • Bei allen Kameras sollte der Fokus möglichst manuell eingestellt werden, denn in der Nacht versagt nicht nur die Kameraautomatik, sondern auch der Autofokus!
  • Euer Stativ sollt sehr stabil stehen! Falls ihr ein günstiges Stativ habt, dann solltet ihr es nach Möglichkeit beschweren , am besten dann den Rucksack oder die Kameratasche dranhängen um es zu beschweren.
  • In der Nacht kann es ziemlich kalt werden, ich weiß wovon ich spreche ;) also das einpacken nicht vergessen!
  • Man sollte für den Anfang möglichst weit weg von einer Stadt sein! Diese Strahlt ziemlich hell, und man sieht weniger Sterne (auch die Kamera)!
  • Taschenlampe nicht vergessen... ich kenne Leute, die haben in der Nacht schon ihr Equipement über den Haufen gerannt ;)

 

 

 

Die Einstellungen:

Hier müssen wir unterscheiden! Habt ihr eine APSC-Kamera, oder eine Vollformat Kamera?

 

  • Belichtungszeit: Die Belichtungszeit sollte bei APSC-Kameras den Wert von 350/Brennweite nicht übersteigen, bei Vollformatkameras den Wert 500/Brennweite. Das bedeutet dass ihr bei einem 18mm Objektiv 350/18=20s (Wert aufgerundet) (Vollformat 500/24= 20) belichten könnt, ohne dass die Sterne Spuren ziehen! Diese Sternspuren entstehen weil sich die Erde dreht! Diesen Effekt kann man bei sog. Startrails nutzen, doch das wird ein späteres Thema :) ... Diese 20s bei 18mm sollen als Richtwert dienen, denn es kommt auf eure Position auf der Erde an, auf die Pixeldichte eures Sensors, und auf die Höhe des Winkels über dem Himmelsäquator, wie lange ihr wirklich belichten könnt! .... Dieser Richtwert ist aber so genau, dass man ihn durchaus für einen ersten Testschuss verwenden kann :) Sollten die Sterne leichte Striche werden, dann belichtet man ein bis zwei Sekunden kürzer!

 

  • Blende: Ihr solltet, wenn ihr die Milchstraße fotografieren wollt IMMER offenblendig fotografieren, denn in der Nacht braucht ihr jedes Lichtteilchen das ihr irgendwie reinbekommt. ... Habt ihr ein Kitobjektiv 18-55 f3.5-f5.6 so nehmt ihr 18mm und f3.5. habt ihr z.B. ein 18-35 f1.8, dann nehmt ihr 18mm und f1.8 ... Wer eine Festbrennweite wie ein 14 f2.8 oder ein 24 f1.4 besitzt, nimmt diese.

 

  • ISO: nun kommen wir zum “unangenehmen” Teil, vor dem sich die meisten fürchten  ... dem ISO-Wert! Dieser muss in der Nacht sehr hoch sein ... Auch wenn dabei das verhasste Rauschen entsteht! Rauschen an sich ist nichts schlimmes, und schon gar nicht, wenn es eine Milchstraßenaufnahme ist, also traut euch ruhig . Bei modernen APSC-Kameras könnt ihr die ISO auf 3200 stellen, das führt noch zu einem brauchbaren Ergebnis, bei älteren Modellen kann es sein, dass schon bei ISO1600 schluss ist.

 

  • Fokus: Wie oben schon erwähnt solltet ihr den Fokus manuell einstellen! sucht euch dafür den hellsten Stern raus, visiert Ihn an, und dreht solange am Fokusring, bis der Stern am kleinsten ist (denn dann ist er am schärfsten)! Manche Kameras haben ein sog. Fokuslupe! Wenn ihr so eine habt, verwendet diese, das erleichtert euch die Arbeit! ... Am Anfang wird euer Fokus noch ein wenig daneben liegen, aber je öfter ihr es versucht, desto trainierter wird euer Auge. Meine ersten Bilder waren auch nicht gerade die schärfesten.
  • Wenn ihr alles eingestellt habt, stellt eure Kamera auf das Stativ und wählt den Bildausschnitt! Seid dabei vorsichtig, nicht dass ihr den Fokus wieder verstellt! Zur Not fixiert Ihr euer Objektiv mit einem Klebeband, so das euer Fokus nicht verrutscht.

 

Jetzt mal ganz konkret - welche Einstellungen nutze ich?

  • Bei meinen Crop-Kameras  (Sony Slt 58, Sony Aplha 6000 ) sollte der ISO-Wert im Idealfall nicht höher als 3200 gestellt werden.
    Dennoch akzeptiere ich – abhängig von der Dunkelheit des Vordergrundes – auch immer mal wieder 6400, allerdings nur an der a6000. Die Slt 58 rauscht da schon zu stark.
  • Bei der Belichtungszeit hole ich meistens das Maximum heraus. Ich belichte so lange, dass die Sterne punktförmig bleiben.
    Da ich für Aufnahmen der Milchstraße überwiegend Weitwinkellinsen nutze, sind das in der Regel mindestens 15, meist aber 20 bis 30 Sekunden.
  • Die Blende öffne ich nur ganz, wenn ich ein wirklich gutes Objektiv benutzte und/oder zwingend die maximal mögliche Lichtausbeute benötige.
    Ansonsten blende ich meist um zwei Stufen ab. Da ist mir die Schärfe mittlerweile wichtiger.

 

 

Wann ist die beste Zeit:

 

Die beste zeit für Milchstraßenaufnahmen ist von April-Oktober! Aber auch im Winter ist es möglich, jedoch schwieriger, da nur im Sommer von Deutschland aus der lichtstärkere Teil der Milchstraße zu sehen ist! Eine Sternenaufnahme im Winter ist aber auch sehr schön anzuschauen, denn der Winter bietet z.B. mit Orion wunderbare Sternbilder! Es gibt also keinen Grund (zumindest für mich nicht) im Winter in der warmen Stube zu bleiben.